PRINCESS: Wiedervernässung von stickstoffbelasteten Mooren: Synergien und Kompromisse zwischen Biodiversität, Klima, Wasserqualität und Gesellschaft
Stephan Glatzel vom Institut für Geographie und Regionalforschung leitet das Projekt „PRINCESS“.
Das PRINCESS-Projekt untersucht die potenzielle Rolle der Wiedervernässung von entwässerten, stickstoffbelasteten Mooren bei der Verringerung der Treibhausgasemissionen in der EU, der Verbesserung der Artenvielfalt von Feuchtgebieten und der Minimierung der sozioökonomischen Auswirkungen auf die Interessenträger.
Überblick
Das PRINCESS-Projekt untersucht die potenzielle Rolle der Wiedervernässung von entwässerten, stickstoffbelasteten Mooren bei der Verringerung der Treibhausgasemissionen in der EU, der Verbesserung der Artenvielfalt von Feuchtgebieten und der Minimierung der sozioökonomischen Auswirkungen auf die Interessenträger. Derzeit sind etwa 10 % der Moore weltweit entwässert oder degradiert, was etwa 6 % der anthropogenen Treibhausgasemissionen verursacht. Paludikulturen, also die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser Moorstandorte, könnten die Nettoemissionen von Treibhausgasen aus diesen entwässerten Mooren verringern oder sogar umkehren, indem sie zur Kohlenstoffbindung, reduzierten Stickstoffmineralisierung, verbesserten Stickstoffabfuhr und Wiederherstellung der moorspezifischen Biodiversität beitragen.
Das PRINCESS-Projekt zielt darauf ab, wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Landnutzungspolitik der EU zu liefern, indem es die Effekte der Wiedervernässung unter verschiedenen Landnutzungen (wie Paludikulturen mit unterschiedlicher Intensität und feuchte Wildnis) und Stickstoffbelastungen bewertet. Dabei sollen bestehende Wissenslücken in Bezug auf die direkten und indirekten Auswirkungen von Stickstoffbelastungen auf die biologische Vielfalt, Treibhausgasemissionen, Nitratfreisetzung und Biomasseausbeute in wiedervernässten Mooren geschlossen werden.
Die Ziele des Projekts umfassen unter anderem:
- Untersuchung von Kipppunkten im CO2- und Stickstoffkreislauf auf Mikroebene (µm-cm),
- Schätzung des Treibhausgas-Haushalts und der Steuerung auf der Mesoebene,
- Bewertung der Auswirkungen des Nährstoff- und Landnutzungsmanagements auf die Treibhausgasemissionen in der Praxis,
- Upscaling von Treibhausgas-Schätzungen auf der Grundlage von Vorhersagevariablen,
- Entwicklung sozioökonomischer Modelle auf der Grundlage von Landbewirtschaftungsoptionen,
- Förderung der Sensibilisierung und Weiterentwicklung der Biodiversitäts-, Klima-, Wasser- und Agrarpolitik.