Luft und ökologische Gesundheit in einer (Post-)COVID-19-Welt
Tatiana Konrad vom Institut für Anglistik und Amerikanistik leitet das Projekt „Air and Environmental Health“.
Das Projekt „Air and Environmental Health“ untersucht die veränderte Wahrnehmung von Luftverschmutzung und Umweltgesundheit im Kontext der COVID-19-Pandemie.
Überblick
Das Projekt „Air and Environmental Health“ untersucht die veränderte Wahrnehmung von Luftverschmutzung und Umweltgesundheit im Kontext der COVID-19-Pandemie. Obwohl Luftverschmutzung schon seit Jahrhunderten ein Problem darstellt, hat die Pandemie weltweit die physische Anwesenheit von Luft und ihre potenziellen Gefahren ins Bewusstsein gerückt. Durch das hauptsächlich über die Luft übertragene Virus wurde Luft plötzlich als gefährlich wahrgenommen. Maßnahmen wie das Tragen von Mundnasenschutz-Masken, Kontaktverbote und reduzierte soziale Interaktionen, die zur Bekämpfung der Virusausbreitung eingesetzt wurden, haben die „verschmutzte Natur“ der Luft noch weiter betont. Diese Wahrnehmung spiegelt die Sicht auf Luftverschmutzung als eine kritische globale Bedrohung für die Umwelt wider.
Das Projekt beschäftigt sich zudem mit der Rolle von Rassismus in aktuellen Umwelt- und Gesundheitskrisen und befasst sich mit dem Thema Umweltgerechtigkeit. Es werden verschiedene Fragen aufgeworfen: Wie stellt das Virus die Idee der „verschmutzten Luft“ in Frage und wie unterstreicht es diese? Wie korreliert das Tragen von Masken mit der Filterung und dem Schutz von Luft sowie mit dem Glauben an saubere Luft? Wie helfen Kontaktverbote, die Ausbreitung der Krankheit zu bekämpfen, und erzeugen gleichzeitig den Mythos, dass wir „Luft teilen“, um nicht dieselbe Luft atmen zu müssen? Darüber hinaus wird untersucht, wie die Wahrnehmung der Gefahr, dass Luft mit dem Virus infiziert ist, dazu beitragen kann, das Bewusstsein für die alarmierende Umweltzerstörung, insbesondere durch Luftverschmutzung, zu schärfen und die Menschheit zu motivieren, eine gesündere Umwelt zu schaffen.
Das Projekt untersucht diese sich verändernden Bedeutungen der Luft durch die Linse von Umwelt- und medizinischen Geisteswissenschaften, Literatur- und Kulturwissenschaften, Rassenforschung und Geschichte.