DEPOCA: Ein Blick auf die Detrituspartikel des dunklen Ozeans: Herkunft, Zusammensetzung und Alter
Gerhard Herndl vom Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie leitet das Projekt „DEPOCA“.
Das Projekt DEPOCA untersucht die Diskrepanz zwischen dem Angebot und dem Bedarf an organischem Material, das von in der Tiefsee lebenden heterotrophen Organismen verbraucht wird.
Überblick
Das Projekt DEPOCA untersucht die Diskrepanz zwischen dem Angebot und dem Bedarf an organischem Material, das von in der Tiefsee lebenden heterotrophen Organismen verbraucht wird. Diese Diskrepanz wird besonders in größeren Tiefen deutlich und erreicht in etwa 1000 Metern Tiefe eine erhebliche Größenordnung. Trotz des geringen Eintrags organischer Stoffe in diese Tiefen werden viel mehr organische Stoffe verbraucht, was darauf hindeutet, dass es in der Tiefsee eine bislang unbekannte Quelle für organisches Material gibt.
Vorangegangene Forschungen haben Hinweise darauf geliefert, dass es in der Tiefsee einen bedeutenden Bestand an organischen Partikeln gibt, die nicht durch die Wassersäule absinken, sondern neutral auftriebig sind und daher horizontal durch die Wassersäule transportiert werden. Obwohl die genaue Herkunft dieser schwimmenden Partikel noch unbekannt ist, gibt es Beweise dafür, dass sie stark von Bakterien und Pilzen besiedelt sind, die diese Partikel als Nahrungsquelle nutzen.
Das Ziel von DEPOCA ist es, die Herkunft und den Verbleib dieser neutral auftriebigen Partikel in der Tiefsee des Nordatlantiks zu erforschen. Im Rahmen einer Forschungsexpedition werden sinkende und neutral auftriebige Partikel gesammelt und auf ihr Alter sowie ihre Herkunft hin untersucht. Zudem wird die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft und die Aktivität der Mikroben, die diese Partikel besiedeln, erforscht. Gerhard Herndl und sein Team erwarten, dass diese neutral auftriebigen Partikel, die von routinemäßigen Messungen oft nicht erfasst werden, das Rätsel der „fehlenden organischen Materie“ in der Tiefsee lösen können.